Wizard Animation

Sonntag, 17. Juli 2022

Nachlese

Noch immer hier. Gekämpft und Kompromisse errungen.
Wohnung abgesagt, den Großen beim Umzug unterstützt und oben ein eigenes Reich eingerichtet, einen Rückzugsort geschaffen.
Es ist nicht perfekt, es ist gut.
Und nicht alle verstehen es, ich verstehe es manchmal selbst nicht.
Denke dann, wie es sein könnte und bin etwas traurig. Sehe, wie es sich entwickelt und die Trauer ist vorüber.
Auch ein Fortschritt...

Mittwoch, 23. Februar 2022

It's all over now baby blue

Break. Nach langem Überlegen, zweifeln und mich meinen Ängsten stellen.
Break. Das Fass zum überlaufen gebracht haben die letzten kindischen Aktionen des zukünftigen Ex Nummer 2.
Darüber mich hier auszulassen ist eigentlich überflüssig, das findet sich alles in den voran gegangenen Beiträgen.
Break.
Ich war beim Anwalt, habe Fragen geklärt und erfahren, dass ich meinen Zwergdackel behalten kann, weil er als Sache zum Hausrat zählt. Ich habe mich bei den örtlichen Wohnungsgesellschaften auf die Liste setzen lassen und bekomme wahrscheinlich in 8 Wochen die erste nur für mich Behausung meines Lebens.
Habe meine Suppenliebe mit dem magischen Mantel ( was irgendwann mal ein eigener Beitrag wird), um Hilfe zur Überbrückung gebeten und brauche mir erstmal ums Geld keine Sorgen machen.
Meine ehemalige Mieterin und quasi Adoptivtochter hat einen Umzugshelfertrupp auf die Beine gestellt, die sobald ein fester Termin steht, sich 3 Stunden ins Auto setzt um meine Habseligkeiten in das neue Heim zu tragen.
Die Mutter einer Bekannten ist plötzlich verstorben und ich bekomme reichlich Hausrat.
Es gehen Türen und Arme auf, mit denen ich nicht gerechnet habe und meine Ängste werden kleiner.
Finanziell werde ich nicht auf Rosen gebettet sein, werde wohl mehr Fahrrad fahren, weil ich kein Auto mehr haben werde, aber ich bin dann frei eigene Entscheidungen zu treffen und mir den ein oder anderen Euro dazu verdienen. So what?
Es gibt schon ein Bild für die neue Wohnung, auf dem steht: lieber lachend in einer Hütte als weinend in einem Palast sitzen.
Und ich freue mich auf die Zukunft, auf ein Ende der Machtspielchen und der Respektlosigkeiten.
Heute kam dann auch noch der letzte Baustein dazu, der Grosse hat nach über 50 Bewerbungen und zig Einstellungstests eine neue Stelle in Karlsruhe gefunden, in knapp 3 Wochen geht es los.
Damit ist er auch hier raus aus diesem Palast der Tränen.
Und ich auch...bald!
I want to break free....oh how I want to break free!
Das wird mein Jahr und vielleicht gehen noch ganz andere Türen auf.

Dienstag, 28. Dezember 2021

Too much

Der nächste Tiefschlag, mein Neffe ist plötzlich verstorben, übergewichtig mit Schlafapnoen ist er leider gestorben, noch keine 50 Lenze alt.
Meine Schwester vollkommen aufgelöst am Telefon und nichts tun zu können, nichts außer zuhören und mit ihr zu weinen....dass ist so verdammt wenig, ich würde sie gern umarmen, halten...
Einfach eingeschlafen und nicht mehr wach geworden...das mit den Atemaussetzern wusste er, wartete aufs Schlaflabor. Seit Corona uns plagt wird Planbares verschoben und ich möchte lieber nicht wissen, wieviele Menschen den indirekten Folgen dieses blöden Virus und all seiner Mutanten zum Opfer gefallen sind. Die nicht infiziert waren mit oder an den Folgen von Corona gestorben sind...
Dieses, ach was sag ich denn, diese letzten zwei Jahre mit Corona sind furchtbar.
Wortlos. Ich denk an dich mein lieber Neffe, du liebenswerter Kerl, und drücke in Gedanken deine Tochter, meine Schwester, Schwager, Neffen und Nichte...
Ruhe in Frieden.

Sonntag, 19. Dezember 2021

Kleiner Prinz

Nun bin ich also Oma. Ein kleiner Prinz ist geboren und nur weil der Große mir Bescheid gesagt hat und dein Bild an mich geschickt hat, weiß ich dass du am Donnerstag geboren wurdest. Wie groß, wie schwer, warum du auf diesem Bild eine Atemunterstützung hast...ich weiß nichts.
Und doch hast du mein Herz im Sturm erobert, du siehst aus wie dein Papa als Baby...du liegst im Wärmebettchen auf deinem Fell, das blau geringelte Mützchen tief ins Gesicht gezogen und schläfst mit dem Schlauch, der mit zwei Herzpflastern festgeklebt ist, friedlich unter deiner Teddydecke.
Noch ahnst du nichts von dieser Welt, von diesem blöden Virus, der dafür sorgen wird, dass du maskierte Menschen als ganz normal begegnen wirst. Ich wünsche dir ein glückliches gesundes Leben, viel Liebe und Geborgenheit und all das, was Reinhard Mey so schön in seinem Lied Menschenjunges besingt. Und hoffe darauf, dich als Oma ein Stück weit begleiten zu dürfen...und dass der Kleine versteht, wie wichtig es ist miteinander zu reden um wieder zueinander zu finden.
Und damit habe ich heute schon ein kleines bisschen Weihnachten.
Frohe Weihnachten, seid nett zueinander und kümmert euch rechtzeitig um eure Lieben, bleibt schön gesund und lasst euch impfen, damit mein Enkelchen richtige Gesichter und Mimik sehen kann.

Donnerstag, 28. Oktober 2021

Nachlese

So einen blog über eine so lange Zeit zu führen ist schon wie eine Zeitkapsel zu schaffen.
Ich habe in den letzten Tagen immer mal wieder zurück geblättert und gelesen, da waren in meinen gefühlt schlimmsten Zeiten doch bemerkenswert positive Einträge und seit ich hier wohne mutiert mein Rückzugsort im Netz mehr und mehr zur Müllhalde, soviel Ärger und Verzweiflung, dabei besteht mein Leben doch aus viel mehr Schichten.
Das hat mich dann doch getroffen, warum mache ich es mir selbst so schwer????
Ich habe hier Wurzeln geschlagen, meine Ehe ist lebendig, es ist selten langweilig, auch wenn es Hochs und Tiefs gibt. Oder vielleicht gerade deshalb nicht langweilig?
Und wenn wir abends wie ein altes Ehepaar gemeinsam mit unseren vierbeinigen Schätzen auf dem Sofa kuscheln, dann spüre ich so eine leise Dankbarkeit darüber, dass ich hier vor Anker gegangen bin.
Nicht weil ich Alleinsein nicht ertragen könnte, sondern weil es einfach schön ist diese Nähe zu spüren.
Damit bin ich schon beim nächsten Punkt, meine Fellnasen.
Mittlerweile sind die beiden Rabauken 8 und 4 Jahre alt und haben mir beim hier ankommen treue Dienste geleistet, denn wenn man in Kontakt mit seiner Umwelt treten will, sind Hunde oder auch Kinder tolle Türöffner. Für Kinder waren wir schon zu alt, ausserdem reichen mir die drei Herzblätter vollkommen aus und drittens gibt es im Leben für alles eine Zeit und ich hatte ja mit der Geburt des Kleinen mit dem Kinderwunsch abgeschlossen. Und das war gut so.
Also kam erst mein Zwergdackel und vier Jahre darauf unser
Riesenbaby, ein Standarddackel. Nicht nur, dass jetzt das Heimkommen mehr Freude macht, weil diese Begrüßung so herzerwärmend ist, auch die Rolle als Personal Trainer ist klasse, denn jetzt gehen wir bei Wind und Wetter vor die Tür, ich habe mir mit ihnen meine neue Heimat erlaufen. Plus dass ich durch sie neue Menschen in mein Leben einladen konnte, mir einen kleinen, aber feinen, Bekanntenkreis aufgebaut habe.
So kam denn auch meine beste Freundin in mein Leben, jeden Samstag gehen wir erst spazieren und machen danach so richtig herrlich Kaffeeklatsch und spielen worauf wir gerade Lust haben, reden bis der Arzt kommt, reissen blöde Witze und haben Spaß.
Ich habe in den letzten Jahren auch Freude an kreativen Dingen entwickelt, meine Singer ist treue Begleiterin und ich tüftel mir selbst was aus, setze es um und bekomme positives Feedback. Momentan recycle ich alte Jeans zu aller Art von Taschen, setze Pferde, Füchse, Eulen und natürlich auch Dackel auf dieselben und jede ist ein Unikat.
Dabei versinke ich wie in Meditation in mich, werde so herrlich ruhig und entspannt, höre meine Musik, die immer noch von Heavy Metal bis Schlager oder Chanson reicht und wundere mich, wie schnell die Zeit doch dabei verfliegt.
Durch den Großen, der jetzt auch schon zwei Jahre hier ist, bin ich dann auch wieder sporteln gegangen, was leider dem blöden Virus zum Opfer gefallen ist, aber so nach und nach kommt auch das wieder.
Also bin ich doch vom Glück reichlich beschenkt und muss doch nicht der Vergangenheit hinterher weinen. ich habe mindestens 80% erreicht, das ist doch echt viel...
dabei habe ich in meiner Aufzählung bestimmt das ein oder andere jetzt übersehen...also: Musik an und Kopf hoch....

Montag, 25. Oktober 2021

Mütter

Tag X vorbei, Fotos gesehen und Erzählungen gehört.
Und immer noch Chaos innendrin. Kopf versteht, Herz und Bauch sind im Aufruhr, können es nicht fassen, innerlich schreit es in mir und fragt sich ständig warum. Warum ich kein Teil im Leben meiner Kinder bin, warum es so gekommen ist, was ich hätte anders machen sollen.
Aber warum denn meine Beteiligung im Geschehen ständig in den Vordergrund stellen? Hat in Beziehungen nur einer Verantwortung für alles, was geschieht?
Ob es was geändert hätte, zurück zu gehen vor 10 Jahren, kann ich nicht ergründen. Sie wuchsen heran und gingen eigene Wege. Auch da hätte ich nur abwarten können, wann und wie ich in ihr Leben passe, was auch vollkommen richtig ist. Denn Abnabeln und Selbstständigkeit gehört einfach dazu.
Mein Ex heiratet und das ist für die Kinder okay, nur ich soll in Warteschleife bereit stehen, so war jedenfalls meine Empfindung.
Gedankenpause fand ich nachvollziehbar, mein Angebot, sie zu besuchen, wenn sie nicht zu mir kommen wollen, damit sie sehen, dass ich mich nicht von ihnen abwende, wurde nicht angenommen.
Die neue Frau an der Seite meines Ex soll, genauso wie der Ex, nicht versucht haben, ihnen zu verdeutlichen, dass ich immer noch die Mutter bin, mich nicht gegen sie entschieden habe.
Das nehme ich den beiden übel, denn als es um die neue Beziehung ging und die Drei skeptisch waren, war mein Rat, guckt es doch erstmal an, wenn ihr es nicht so gut findet, ist es auch okay, aber ihr müsst die Entscheidung vom Papa respektieren und akzeptieren.
Dann bekomme ich mit, dass Sie gegen mich arbeitet, mich schlecht macht, Witze über mich reisst. Das tat weh.
Womit habe ich das verdient?
Um jetzt in der Aussage zu enden, dass der Kleine sie als seine Mutter vorstellt. Wortlos...
Mitten ins Herz und nochmal das Messer umgedreht.
Und doch warte ich darauf, dass er sich meldet und ich ihn in die Arme schließen kann.
Mütter sind schon eine ganz besondere Gattung...

Donnerstag, 21. Oktober 2021

Ignatz

Wie passend, dass es gestürmt hat. Irgendwie spiegelt das da Draußen mein das da Drinnen wieder.
Ich könnte in die Luft gehen, explodieren oder besser gesagt implodieren, denn mein Sturm fegt durch meinen Geist. Ich bin rein rational immer noch der Ansicht, dass es besser ist, ehrlich ausgeladen als halbherzig eingeladen zu sein. Und doch wurmt es mich emotional, so aufs Abstellgleis geschoben zu werden. Bleibt das so ist die Frage, die mich beschäftigt, gibts noch eine Chance für meine Kinder und mich?
Und beantworten können das nur meine Kinder. Abwarten und Tee trinken fällt mir so unsagbar schwer, aber drängen und fordern funktioniert einfach nicht.
Jetzt habe ich dem Großen eine Glückwunschkarte mit Inhalt mit gegeben und hoffe, dass die beiden nicht sauer sind, weil ich doch eigentlich gar nichts wissen sollte. Aber zurück nehmen kann ich es jetzt auch nicht mehr. Mach ich nichts, ist es vielleicht verkehrt, schicke ich Glückwünsche, ist es eventuell auch nicht richtig.
So oder so bin ich in einer Warteposition ohne Garantie, dass es besser wird. Mit der Hoffnung, das der Kleine, wenn er selbst Papa ist, mich vielleicht besser versteht.
Ignatz flaut ab, aber mein innerer Sturm wird wohl noch eine Weile wüten...

Montag, 18. Oktober 2021

Nachgedacht

Will ich denn wirklich nur weil ich die Mutter bin unbedingt auf die Hochzeit, nur weil dass so üblich ist? Wo ich mich nicht wohl fühlen würde, weil ich nicht wirklich willkommen wäre?
In den letzten Tagen habe ich viel darüber nachgedacht und heute bin ich dann doch zu dem Schluss gekommen, dass ich besser akzeptiere, was Fakt ist. Und dem Kleinen seine Hochzeit so zu gönnen, wie er und seine Frau es sich wünschen. 10 Jahre Distanz ist nun mal nichts, was ein unbelastetes Fest garantiert.
Und ja, ich bin enttäuscht darüber, dass ich keinen Platz in ihrem Leben habe, meine Schwiegerkinder schon mal gesehen habe, aber nicht weiß, mit wem sie leben und lieben. Und dass ich nicht die Oma sein werde, die soviel Zeit mit ihrem Enkelchen verbringt, wie ich es gerne würde, dafür ist die räumliche Distanz zu groß, die emotionale kommt noch obendrauf.
Wäre ich zur Hochzeit gefahren, wenn ich eine Einladung bekommen hätte? Ja, mit fliegenden Fahnen...
Hoffe ich darauf, meine Kinder und Enkel wiederzusehen? Ja, sagt mir Zeit&Ort und ich bin da.
Versuche ich bis dahin gelassen und ruhig zu bleiben? Ja, mal mehr und mal weniger...
Und bis dahin versuche ich mein Leben zu geniessen, im Moment zu sein und mich nicht mit Trauer oder Gedankenkarussels zu verlieren.
Schon erstaunlich, was Mütter so alles können....

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